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Alkohol ist dein Sanitäter in der Not...

Guten Abend meine Leser,

wie ich gestern schon angekündigt habe werde ich mich heute mit dem Problem Alkohol auseinander setzen. Ihr denkt jetzt ja sicherlich "Was hat Alkohol mit Depressionen zutun?" Aber ich erzähle es euch: 

Ich habe schon immer sehr viel gefeiert und Party gemacht, war eigentlich nie ein Wochenende Zuhause und habe immer getrunken. Nicht soweit, das man sagen kann "gut hier ist Schluss, ich bin betrunken", sondern immer darüber hinaus. Teilweise habe ich mir einfach alle Sorgen weggespült, bis ich mich an nichts mehr erinnern konnte, nur leider musste ich feststellen, dass vermeintliche Alkoholexzesse nicht die Lösung sind. Ich hatte am nächsten Tag nicht nur den jedem bekannten Kater, sondern hatte nebenher noch einen "psychischen Kater" (wie ich ihn nenne).

Dieser "psychische Kater" hat mich meistens von den Beinen gerissen, nicht die ubliche Übelkeit oder Kopfschmerzen. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt und auch für meine Exzesse geschämt. Es tat mir immer sehr weh an den Abend zurück zu denken und zu denken "Man, was habe ich da gemacht?" Aber es war auch schlimm, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

Ich wurde, wie es für meine Depression mit Borderline Struktur definiert worden ist, mit Gefühlen überflutet, die ich durch den Alkohol habe verdrängen wollen. Ich habe mich immer sehr mies gefühlt und dachte, dass alles kein Sinn mehr machen würde. Ich stürzte, mehr oder weniger, in eine vorüber gehende schwere Depressionsphase und habe mich selbst verachtet.

Zum Jahreswechsel kam die Wende. Ich trank über Weihnachten bis zum Silvesterabend nicht sehr viel, allerdings hielten sich die Mengen an Alkohol nur bis dahin in Grenzen. Ich habe tagelang getrunken und eigentlich immer, wenn es ging, ein Bier getrunken oder dann doch zum harten Schnaps gegriffen. Es ging mir sehr schlecht in dieser Zeit und ich war manchmal, auch vor dem Jahreswechsel, teilweise 3 Tage stark betrunken. Für mich, was sich im Nachhinein gezeigt hat, waren es einfach Frühwarnzeichen, für einen erneuten Zusammenbruch. Es war der zweite Zusammenbruch in dem Jahr, in dem ich mit der Diagnose Depression lebe. Das ironische dabei ist, dass ich es bereits ahnte, dass es irgendwann "knallen" würde. Aber ich unternahm nichts. Man kann sagen ich wurde von der Welle an Alkohol mitgerissen und musste tatenlos zusehen, wie die Tage ineinander verschwammen. Ich war nicht in der Lage irgendetwas zu unternehmen, denn ich war hilflos und habe mich von sog. "Flashbacks" regieren lassen. Wenn ich dann mal nicht mein Gehirn mit Alkohl überflutet hatte, hatte ich dieses erneute Erleben von traumatischen Erinnerungen und war psychisch so ausgelaugt und ausgebrannt, wie ich es schlimmer eigentlich nicht befürchten konnte. Ich gabe mich auf. Ich konnte nicht mehr, das Leben hat für mich keinen Sinn mehr ergeben und der Schmerz in mir wuchs von Tag zu Tag. Irgendwann war der Schmerz zu groß und ich griff zur Rasierklinge. Ich schnitt mich um den Schmerz aus mir heraus zu lassen, um den Schwarm schwarzer Vögel aus mir heraus zu lassen, ein Ventil zu haben. Ich habe einen kleinen Moment einfach nicht aufgepasst und es war verhängnisvoll.

Es bringt rein garnichts seinen Schmerz durch Alkohol, Drogen oder durch selbsverletzendes Verhalten zu kompensieren.

Das Einzige, das mir hilft und was du auch vielleicht in Anspruch nehmen solltest, sind Gespräche. Egal ob mit Mama, Papa, Geschwistern oder besten Freunden. Wenn man redet und vor allem nicht allein ist, dann macht es schon ziemlich was aus, denn man vergisst irgendwann den Schmerz, jedenfalls vorübergehend.

Darum kann ich dir auch nur nahe legen, die Hilfe (auch wenn man sie im ersten Augenblick nicht sieht) anzunehmen, einfach mal zu reden. 

Ich weiß, dass es sehr schwer ist über seinen Schatten zu springen aber wenn du dich nicht traust, dann kann dir keiner helfen und du dir selbst auch nicht.

Es bringt nichts zu schweigen und sein Leid im stillen zu ertragen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid und ich spreche da wirklich aus Erfahrung.

Spring über deinen eigenen Schatten!

Spring!

Mach den Mund auf! 

Du bist nicht allein mit deinen Problemen! 

Es gibt Menschen die dich verstehen und dir zuhören, nur du musst auf sie zugehen. 

Hier bist du nicht allein, denn 

 

 

Wir sind GEMEINSAM verrueckt!

27.1.15 21:08

Letzte Einträge: Dem Tod sehr Nahe !, 16.02.2015

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